Informationen für Eltern

Struktur und Regeln für Kinder mit ADHS


Für jedes Kind sind Struktur und Regeln hilfreich, insbesondere aber für Kinder mit ADHS. Es gibt ihnen einen sicheren Rahmen und Halt. Neue Regeln und eine feste Struktur einzuführen, verlangt Ihnen als Eltern wie auch den Lehrern viel ab. Daher ist es enorm wichtig, einem von ADHS betroffenen Kind die Regeln und Konsequenzen wiederholt zu erklären, ihm aber auch immer wieder das Positive vor Augen zu führen.

Konzentration auf das Positive

Positive Äußerungen können das Verhalten von Kindern mit ADHS günstig beeinflussen. Durch Ihren Blick auf das, was sich verändert und verbessert hat, beugen Sie auch Konflikten vor. Eltern und Lehrer sollten das Einhalten der Regeln als Chance für das Kind betrachten, etwas über Verantwortung und positives Handeln zu lernen.

  • Loben Sie Ihr Kind, sobald Sie bemerken, dass sich sein Verhalten verbessert hat.
  • Achten Sie auf die Grenzen zwischen gutem und schlechtem Benehmen.
  • Reduzieren Sie den Stress zu Hause, indem Sie möglichst ruhig mit dem Kind sprechen und nicht überreagieren.
  • Schaffen Sie einen Anreiz für gutes Verhalten, indem Sie das Kind belohnen.

Belohnungssysteme

Positives Verhalten und das Einhalten von Regeln zu belohnen, kann sich auf Ihr Kind ermutigend auswirken. Hier stellen wir Ihnen ein paar Tipps vor, wie Sie mit Ihrem Kind neue Verhaltensweisen einüben können, wie Sie am besten auf Fehlverhalten reagieren und schließlich Ihr Kind für gutes Benehmen belohnen können:

  • Handeln Sie erst, wenn Sie nicht mehr ärgerlich sind. Nehmen Sie sich einige Minuten Zeit, um darüber nachzudenken, was geschehen ist, und überlegen Sie, wie Sie am besten mit der Situation umgehen können.
  • Bleiben Sie gelassen. Wenn Sie ruhig mit dem Kind sprechen, fällt es ihm leichter Ihnen zuzuhören und Sie zu verstehen.
  • Fassen Sie sich kurz. Kinder mit ADHS „schalten häufig ab“ oder hören unabsichtlich nicht mehr zu. Wählen Sie sorgfältig einige wenige Worte zur Erklärung.
  • Ihr Kind muss verstehen, was falsch gelaufen ist. Vermitteln Sie deshalb unmissverständlich, dass das fragliche Verhalten nicht akzeptabel ist.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind auf Augenhöhe und halten Sie dabei Augenkontakt. Am besten ist es, wenn Sie sich an einem Tisch gegenüber sitzen.
  • Bitten Sie Ihr Kind zu wiederholen, was Sie ihm gerade erklärt haben. So wissen Sie, ob Ihr Kind Sie verstanden hat und ob ihm klar ist, wie es sich beim nächsten Mal verhalten soll.
  • Erklären Sie im Voraus, welche Konsequenzen es hat, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden. So kann Ihr Kind sich frühzeitig auf die Folgen seines Verhaltens einstellen und wird sich nicht überrascht oder ungerecht behandelt fühlen. Außerdem gibt Konsequenz Ihrem Kind Sicherheit.
  • Führen Sie ein Belohnungssystem ein. Wenn Ihr Kind sein Verhalten erfolgreich verändert hat, belohnen Sie es sofort und erklären Sie ihm, warum es eine Belohnung erhält. Ihr Kind muss den Grund für die Belohnung verstehen.
  • Machen Sie die Belohnung noch attraktiver. Verstärken Sie die Belohnung, die Ihr Kind zu erwarten hat, wenn sich das Verhalten nicht wiederholt und es sich gut beträgt.
  • Bestrafen Sie nur schlechtes Verhalten, nicht Ihr Kind persönlich. Manchmal sind Kinder einfach Kinder, die herausfinden wollen, wer sie eigentlich sind.
  • Nicht überreagieren! Versuchen Sie das Verhalten des Kindes zu verstehen; wenn Sie der Ansicht sind, dass eine Strafe notwendig ist, bleiben Sie verhältnismäßig. Denken Sie immer an die Mühe, die Ihr Kind sich trotz allem gegeben hat.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind. Definieren Sie die Ziele gemeinsam, damit Ihr Kind sich merken kann, was es richtig machen muss, um eine Belohnung zu erhalten.

Beispiele für gemeinsame Ziele: pünktlich aufstehen und sich für die Schule fertig machen, die Hausaufgaben erledigen, ohne sich ablenken zu lassen, oder auf gute Noten in der Schule bzw. auf ein positives Feedback von einem Lehrer oder Trainer hinarbeiten.