Informationen für Eltern

ADHS und Selbstbewusstsein


Kinder und Jugendliche mit ADHS müssen sich oft negative oder unpassende Bemerkungen von Klassenkameraden, Lehrern, Freunden und manchmal sogar Verwandten anhören.

Kinder, die an ADHS erkrankt sind, erleben sich häufig als „anders“, worunter auch ihr Selbstwertgefühl leiden kann.1 Durch die Erkrankung brauchen sie mehr Zeit für Klassenarbeiten oder einfache Aufgaben. Dadurch fallen diese Kinder in der Schule häufig noch mehr auf. Mit der entsprechenden Unterstützung kann Ihr Kind aber lernen, mit seinen Gefühlen umzugehen und ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln. In vielen Fällen kann der Kinderarzt oder ein Therapeut weiterhelfen. Wenn Sie sich bereits ein Netzwerk bzw. ein Betreuungsteam aufgebaut haben, gibt es dort vielleicht jemanden, der sich mit Ihnen gemeinsam die Schulsituation anschaut.

Für Ihr Kind ist es bereits eine große Anstrengung, sich tagtäglich den Anforderungen in der Schule zu stellen, sich zu konzentrieren und sich in die Gemeinschaft einzufügen. Umso schöner ist es für Ihr Kind, wenn es für seine Anstrengung Lob und Bestätigung erhält. Ermutigen Sie Ihr Kind auch über seine Gefühle zu sprechen und sich anderen anzuvertrauen. Das schafft Nähe und Verständnis, sodass Ihr Kind sich angenommener fühlt.

Die Folgen geringen Selbstbewusstseins

Ein Kind mit ADHS hat es besonders schwer, wenn es auch noch mit einem geringen Selbstbewusstsein zu kämpfen hat. Achten Sie daher frühzeitig auf folgende Anzeichen:

  • Ihr Kind kann Lob oder aufmunternde Worte schwer annehmen. Vielleicht deutet es sogar alles, was es hört als Kritik.
  • Ihr Kind geht nur zögerlich die ihm gestellten Aufgaben an und traut sich wenig zu.
  • Vielleicht sagt es sogar, es habe Angst zu versagen.
  • Ihr Kind neigt zu Negativität oder leidet unter starken Stimmungsschwankungen.
  • Manchmal kommt es Ihnen sogar wie depressiv vor.

Ein geringes Selbstbewusstsein wirkt sich auf das gesamte Leben des betroffenen Kindes aus und kann einem zufriedenen Leben regelrecht im Wege stehen. Manchmal denken Sie vielleicht, Ihr Kind sei einfach ein bisschen schwermütig, aber es kann noch mehr dahinter stecken. Hier ein paar Beispiele dafür, wie sich ein geringes Selbstbewusstsein äußern kann:

  • Psychologisch: Ihr Kind zeigt Anzeichen von ausgeprägter Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Pessimismus, es hat Schuldgefühle oder fühlt sich wertlos und hilflos; möglicherweise fällt es Ihrem Kind zusätzlich schwer, sich zu konzentrieren, etwas im Kopf zu behalten oder Entscheidungen zu fällen. Darüber hinaus können Einschlafprobleme, Unruhe und Reizbarkeit sowie starke Angstgefühle auftreten.
  • Kognitiv: Ihr Kind hat Schwierigkeiten den Alltag zu bewältigen und leidet darunter, sich nicht gut mitteilen zu können. Es denkt negativ über sich, ist konfliktscheu oder leidet unter ständig wiederkehrenden Erinnerungen oder Gedanken, die es quälen.
  • Körperlich: Mögliche körperliche Probleme können Magersucht, Appetitlosigkeit, Erbrechen, verspannte Halsmuskulatur, Magen-Darm-Störungen, Veränderungen der Herzfrequenz, Benommenheit und Übelkeit sein.
  • Verhalten: Ihr Kind vernachlässigt seine Körperhygiene und versäumt es, seinen Pflichten nachzukommen. Als Jugendlicher besteht die Tendenz zum Konsum schädlicher Substanzen wie Drogen oder Alkohol.

So können Sie Ihrem Kind helfen, selbstbewusster zu werden

  • Betonen Sie seine positiven Seiten und loben Sie Ihr Kind. Geben Sie Ihrem Kind
    Anerkennung, wenn es etwas richtig macht, anstatt es für das zu kritisieren, was es falsch macht.
  • Erlauben Sie Ihrem Kind Verantwortung zu übernehmen. Stellen Sie dem Kind einfache Aufgaben und belohnen Sie es konsequent, wenn es sie erfüllt hat. Übertragen Sie Ihrem Kind mit der Zeit immer mehr Verantwortung, je mehr es beweist, dass es dazu in der Lage ist.
  • Auf Stärken aufbauen. Ermutigen Sie Ihr Kind, schulische, sportliche oder kreative Interessen zu verfolgen, und loben Sie es für seine Leistungen.
  • Vertrauen Sie auf die Fähigkeiten Ihres Kindes. Erinnern Sie Ihr Kind immer wieder daran, dass Sie hinter ihm stehen und an seine Fähigkeiten glauben.
  • Wenn Ihr Kind etwas falsch macht, bewahren Sie Ruhe und zeigen Sie Verständnis. Helfen Sie Ihrem Kind zu verstehen, dass jeder mal einen Fehler macht und wir alle aus unseren Fehlern lernen. Verlieren Sie dabei aber nicht aus den Augen, dass Kinder mit ADHS oft mehrmals denselben Fehler machen. Versuchen Sie dies als Lernerfahrung zu nutzen und sprechen Sie darüber ganz in Ruhe mit Ihrem Kind.
  • Konzentrieren Sie sich stärker auf den Vorgang als auf das Ergebnis. Versuchen Sie sich nicht zu stark auf das Endergebnis auszurichten. Würdigen Sie stattdessen alles, was Ihr Kind bei dem Versuch, sein Ziel zu erreichen, richtig gemacht hat.