Tipps und Unterstützung

Ein paar Infos vorab


Wenn Du schon älter bist, sind für Dich vor allem Freundschaften und auch die ersten Beziehungen wichtig. Hier haben wir Dir Tipps für Treffen mit Deinen Freunden, für Deine ersten Liebesbeziehungen, aber auch Unterstützung für den Umgang mit Drogen zusammengestellt. Mehr Informationen findest Du auch in unserer Broschüre für Jugendliche und in der Extrabroschüre „ADHS goes love“.

Hilfe in Notsituationen findest Du hier:

Nummer gegen Kummer: nummergegenkummer.de, 116 111

Kinder- und Jugendnotdienst: 0800 111 0333

Der ADHS Deutschland e. V.: www.adhs-deutschland.de

Harte Schale, weicher Kern

Wenn Du Dich mal wieder „anders“ fühlst, kannst Du Dir zwar eine harte Schale zulegen, aber eigentlich möchtest Du ja auch dazugehören. Und manchmal macht es Dich sicher traurig, wenn es einfach immer wieder anders läuft, als Du es Dir wünschst.

Dazuzugehören ist aber gar nicht so schwer. Man muss vielleicht manchmal seinen „inneren Schweinehund“ überwinden und auf die anderen zugehen und mit ihnen sprechen. Damit sie verstehen, WARUM man so ist und dass Du ja nicht mit Absicht etwas anders machst.

Das soll keine Entschuldigung sein und auch nicht dazu führen, dass Du einfach ohne Rücksicht „Dein Ding machst“. Es dient vielmehr Dir und den anderen als Erklärung. Und es hilft ihnen, Dich besser zu verstehen und Dir nicht immer zu unterstellen, dass Du sie mit Deinem Verhalten absichtlich ärgern willst.

Verständnis ist der Weg zur Akzeptanz, sowohl bei Dir selber als auch bei anderen. Deshalb rede über Deine ADHS – erkläre, welche Dinge Dir schwerfallen und dass Du Dich bemühst.

Folgende Punkte können Dir im Umgang mit anderen helfen:

  • Bitte den anderen darum, Feedback oder Kritik freundlich und sachlich zu äußern, vielleicht anhand konkreter Beispiele. So kannst Du Dich daran orientieren. Erkläre auch ruhig, warum Du darum bittest (z. B. weil Du Dich sehr schnell angegriffen oder missverstanden fühlst).
  • Bitte um Geduld, wenn es darum geht, bestimmte Dinge zu verinnerlichen, denn manchmal dauert es bei Dir vielleicht etwas länger, bis es ankommt. Und zwar nicht, weil Du doof bist, sondern weil es ein Symptom Deiner ADHS ist.
  • Wecke Verständnis beim anderen, wenn Du mal wieder schusselig bist oder etwas vergessen hast, denn auch das machst Du nicht mit Absicht, um andere zu ärgern. Erkläre, dass Du Dir bereits größte Mühe gibst und weiter an Dir arbeitest.
  • Versuche kontinuierlich an Dir zu arbeiten und Methoden für Dich zu finden, die Dir Dinge erleichtern, unter denen Du leidest – es ist schließlich Dein Leben!

Vor allem in der Ausbildung und im Beruf, aber auch in Freundschaften und Beziehungen wirst Du um bestimmte Vorgaben oder Erwartungen nicht herumkommen. Finde Deinen individuellen Weg, um damit umzugehen. Versuche, den anderen zuzuhören, und schau, was Du selbst an Wünschen und Bedürfnissen hast.

Wenn’s mal so richtig kracht!

Versuche Wortgefechte erst mal zu verlangsamen. Du weißt ja am besten, dass Du sehr spontan bist und ohne darüber nachzudenken, Dich mit Worten und Unterstellungen schnell verteidigst. Auch wenn Du sie nach etwas Zeit zum Nachdenken gar nicht so gemeint hast.

Ein super Tipp, um Dein Gehirn auszutricksen und Dir selber ein bisschen Zeit einzuräumen: Wiederhol das, was Dein Gegenüber gesagt hat erst mal mit den gleichen Worten: „Habe ich es richtig verstanden, dass Du sauer bist, weil ich ….?“.

Anders herum könntest Du auch Deinen Streitpartner bitten, noch einmal zu wiederholen, was Du gerade gesagt hast. Das gibt Dir die Chance, sehr schnell gespiegelt zu bekommen, was Du eigentlich so spontan abfeuerst und vor allem wie es beim anderen angekommen ist. Probiere es aus!