Dein Alltag mit ADHS

Tipps für den Alltag


Zerstreuter Professor oder Chaos-Queen – geht`s bei Dir auch öfter mal drunter und drüber? Tagespläne können Dir dabei helfen, das Durcheinander in den Griff zu bekommen.

Pläne, Zeiten, feste Regeln – das hört sich erst mal anstrengend an. Muss es aber nicht sein. Im Gegenteil: Wenn Du Dir einen Plan machst, was Du erledigen musst, bleibt Dir häufig viel Stress und Frust erspart – und am Ende sogar mehr Zeit für schöne Dinge.

Auf den Plänen steht, was zu welcher Uhrzeit dran ist – mit all den Aufgaben, die Du erledigen musst. Und natürlich auch mit all den guten Zeiten: fürs Verabreden, Spielen und für anderes.

So wirst Du „Herr der Ordnung“

Man kann mit ein paar praktischen Tipps der Vergesslichkeit und der Unordnung ein Schnippchen schlagen:

  • Hektische Phasen vorbereiten: Pack Deine Sporttasche z. B. vorher und leg sie bereit.
  • Stammplätze festlegen: Jeder wichtige Gegenstand hat seinen eigenen Platz.
  • Checklisten erstellen: Gegen die Vergesslichkeit einen Zettel mit den wichtigsten Gegenständen an den Türen anbringen.

All diese Vorbereitungen haben den Vorteil, dass auch für die schönen Sachen Zeit übrig bleibt. Außerdem kann es Dir nicht so leicht passieren, dass sich die Pflichtaufgaben zu lange hinziehen und z. B. keine Zeit mehr ist, um Deine Freunde zu sehen.

Am Anfang wird es Dir vielleicht schwerfallen, Dich an Deine Pläne und Listen zu halten. Durchhalten lohnt sich trotzdem: Wenn Du erst mal eingespielt bist, kannst Du dadurch viel Frust mit Deinen Eltern, Wut auf Dich selbst und eine Menge Stress vermeiden!

Zoff mit den Eltern

Wenn es zu Hause nur noch Streit gibt, kommt es einem schnell so vor, als ob die Eltern nur meckern und motzen würden und Dich gar nicht richtig lieb haben. „Tu dies nicht, mach das“ – ständig kommandieren sie einen herum. Aber auch für Deine Eltern ist es manchmal ganz schwer, mit dieser Situation umzugehen.

Da hilft es, Dich an tolle Dinge zu erinnern, die Deine Eltern auch für Dich machen, z. B. Dich zum Sport fahren, mit Dir Ausflüge machen und bestimmt noch vieles mehr.

Tipps für schwierige Zeiten

  • Fünf Sachen aufschreiben, die Deine Eltern ganz toll machen oder warum Du Deine Eltern lieb hast, Liste verstecken und bei Ärger draufschauen.
  • Glücksmomente festhalten: Foto aufhängen, auf dem alle zusammen glücklich sind.
  • Dem anderen was Liebes sagen, wenn es gerade richtig gut läuft.
  • Papier ist geduldig: Wenn Du etwas nicht sagen kannst, schreib es in einem Brief oder male es auf.
  • Kleine Freuden machen: Überrasche Deine Eltern mit einer netten Geste, z. B. am Sonntagmorgen einen Kaffee kochen.
  • Hilfe bei alltäglichen Dingen auch mal von selbst anbieten (einkaufen, Auto waschen …).
  • Eltern sind auch nur Menschen: Sie dürfen auch mal einen schlechten Tag haben.

Die lieben Geschwister

Wünschst Du Deine Schwester oder Deinen Bruder manchmal auf den Mond? Keine Sorge: Es ist völlig normal, dass Geschwister sich nicht nur lieb haben. Aber wenn man zusammenwohnt, ist es wichtig, dass man miteinander klarkommt. Schon deshalb, weil es einen ja selbst nervt, wenn zu Hause ständig schlechte Stimmung ist.

Über folgende Fragen lohnt es sich nachzudenken:

  • Was sind große Streitpunkte zwischen Euch? Kannst Du diese Situationen vermeiden?
  • Was magst Du an Deinen Geschwistern?
  • Was mögen wohl Deine Geschwister an Dir? Kannst Du diese „Schokoladenseite“ etwas öfter zeigen?
  • Mal ganz ehrlich: Mit welchen Sachen bringst Du Deine Geschwister auf die Palme? Kannst Du diese Dinge vielleicht doch sein lassen?
  • Vielleicht kannst Du Deinen Geschwistern manchmal einfach aus dem Weg gehen, besonders, wenn sie Dich gerade nerven?