Dein Alltag mit ADHS

Berufswahl und Ausbildung


Die Schule liegt bald hinter Dir – was für ein Erfolg! Danach kannst Du Dir aussuchen, was Du wirklich machen möchtest. Aber auch das ist manchmal gar nicht so einfach. Da gibt es so viele Möglichkeiten oder vielleicht auch Erwartungen anderer, das kann einen leicht irritieren.

Nutze am besten Deine Begeisterungsfähigkeit: Was macht Dir wirklich Spaß, was langweilt Dich eher? Wo gibt es genug Abwechslung, was möchtest Du wirklich lernen? Diese Fragen können Dir helfen, für Dich die richtige Berufswahl zu treffen.

Wofür „brennst“ Du?

Vielleicht hattest Du in der Schule ein Lieblingsfach oder Du hast schon während eines Praktikums tolle Erfahrungen gesammelt. Bist Du ein Computer-Freak, ein Technik-Fan, magst Du Mode oder interessierst Du Dich für Ernährung? Mach Dir eine Liste der Dinge, für die Du brennst und die Du gut kannst (zeichnen, reden, tanzen, schreiben).

Behandele auch das wie Deine CHEFSACHE – recherchiere, welche Berufsbilder dazu passen oder lass Dich beraten. So machst Du Deine Leidenschaft zum Beruf!

Aller Anfang ist schwer

An jeder Ausbildung gibt es auch Seiten, die mindestens genauso nerven wie so manches Fach in der Schule. Auch wenn Du schnell zu Deinem Traumberuf möchtest, wird es eine Phase geben, die Du mit Lernen und für Dich ungeliebten Aufgaben (wie z. B. Unterlagen kopieren, Kaffee kochen, die Werkstatt fegen) verbringen musst.

Da hilft kein Wegrennen, Diskutieren oder Sich-unnötig-Ärgern, das gehört leider dazu. Versuche Dir die Zeit so angenehm wie möglich zu machen, vielleicht darfst Du Musik dabei hören oder findest auf der Berufsschule eine/n neue/n gute/n Freund/in.

Die folgenden Eigenschaften sind besonders wichtig in der Ausbildung, aber auch später im Beruf:

Zuverlässigkeit bedeutet …

  • alle Aufgaben – auch die unangenehmen – ganz zu Ende bringen.
  • alle Details zu beachten, die Dir für eine Tätigkeit beigebracht wurden.
  • nachzufragen, wenn Du bestimmte Dinge nicht verstanden oder vergessen hast. Es ist wichtig, alle Informationen vollständig aufzunehmen.
  • in angemessenem Tempo zu arbeiten,
  • Dich möglichst nicht von unwichtigen Dingen ablenken zu lassen.

Pünktlichkeit bedeutet …

  • jeden Tag pünktlich zu erscheinen.
  • wenn das mal nicht möglich ist, weil Du krank bist oder Dich doch verspätet hast, Bescheid zu sagen. Damit zeigst Du Deinem Chef und Deinen Kollegen Respekt. Und sie können rechtzeitig für Ersatz sorgen.

Teamfähigkeit bedeutet …

  • auch wenn es Dir sehr schwerfällt: auch mal Sachen erledigen, auf die Du keine Lust hast.
  • das Einhalten von Absprachen und Terminen.
  • höflich und respektvoll mit Deinen Teammitgliedern, Kollegen und Vorgesetzten umzugehen.
  • Das heißt auch, nicht unnötig zu diskutieren, Vorgaben oder eine bestimmte Reihenfolge von Aufgaben zu hinterfragen.
  • nicht schlecht über andere zu reden.
  • lernen, mit Kritik umzugehen. Kleiner Trick: Atme tief durch, wenn jemand Dich kritisiert, und höre ihm erst mal zu. Reagieren kannst Du später auch noch.