ADHS – was heißt das eigentlich?

Und wie wird ADHS behandelt?


Wenn der Arzt bei Dir ADHS festgestellt hat, wird er mit Dir und Deinen Eltern zusammen überlegen, wie man Dich im Alltag unterstützen kann. Zum Beispiel kann es notwendig sein, dass Du bestimmte Verhaltensweisen auf Dauer änderst wie z. B. Stören im Unterricht oder die Unkonzentriertheit. Dazu eignet sich eine Verhaltenstherapie. Daneben gibt es auch die Möglichkeit, ADHS mit Medikamenten zu behandeln. In der Regel wird der Arzt verschiedene Maßnahmen kombinieren, denn das hat meist den größten Erfolg.

Was ist eine Verhaltenstherapie?

In einer Verhaltenstherapie lernst Du Dich und Dein Verhalten besser kennen. Mit Hilfe von vielen verschiedenen Methoden wie z. B. Rollenspielen, Konzentrationstraining oder auch Spielen erkennst Du Deine Stärken und Schwächen. Mit dem Therapeuten besprichst Du dann, wie Du ungünstige Verhaltensweisen abbauen kannst, z. B. indem Du Pläne machst oder Dich für Deine Anstrengungen belohnst. Wie Du das dann im Alltag umsetzt, findest Du bei Tipps für den Alltag.

Eine Verhaltenstherapie wird von vielen Experten als eine erfolgreiche Behandlungsmethode für ADHS-Betroffene angesehen. Welche Art der Therapie am besten geeignet ist, wird individuell entschieden. Wenn Du noch etwas jünger bist, werden Deine Eltern meist miteinbezogen. Oft gibt es aber für Eltern eigene Angebote wie z. B. Elterntrainings.

Und welche Medikamente helfen mir?

Bei ausgeprägten Anzeichen oder wenn Du wirklich sehr unter den Auswirkungen der ADHS leidest, kann der Arzt Dir Medikamente verordnen.

Manchmal unterstützen Medikamente aber auch andere therapeutische Maßnahmen, wie z. B. die Verhaltenstherapie. Das kann zu Beginn der Behandlung wichtig sein, auch um überhaupt erst mal einen Erfolg zu sehen. Das Medikament macht Dich natürlich nicht schlauer, aber es hilft Dir, z. B. in Ruhe ein neues Verhalten einzuüben und auch Erfolge zu haben.

Um das richtige Medikament zu finden, bespricht der Arzt oder Therapeut mit Dir, wo Deine Probleme auftauchen und worunter Du sehr leidest, wann Du sehr aktiv bist und wann Du am Abend müde wirst. So kann er passgenau ein Medikament für Dich aussuchen.

Was gibt es noch?

Je nachdem, wo Du Schwierigkeiten hast und Unterstützung brauchst, gibt es noch andere Behandlungsmöglichkeiten:

  • Familientherapie: Wenn die ADHS immer wieder zu Stress mit Deinen Eltern und/oder Geschwistern führt, wird die ganze Familie beraten.
  • Neurofeedback: Mit dieser recht neuen Methode lernst Du, Deine Konzentration mit Hilfe von positiven Signalen an Dein Gehirn zu verbessern.
  • Entspannungstraining: Das kann z. B. Autogenes Training oder die Muskelentspannung nach Jacobson sein. Die Idee ist: Wer zwischendurch immer mal wieder ganz entspannt ist, ist auch sonst im Alltag entspannter.
  • Ergotherapie: Hier lernst Du ganz praktisch, bei einer Aufgabe zu bleiben, sie zu Ende zu machen und Dich nicht so schnell ablenken zu lassen.
  • Andere: Psychomotorische Therapie, Sprachtherapie etc. Auch diese Methoden werden eingesetzt, wenn ein Kind oder Jugendlicher diese Hilfe braucht.